Das Katzenfell

Möchte man Katzenrassen voneinander unterscheiden, dann kann man natürlich auch Größe und Statur achten und auch die Kopfform berücksichtigen. Sehr häufig ist aber auch das Fell das, was den großen Unterschied macht. Das betrifft die Fellfarbe oder Fellmusterung ebenso wie die Länge, die Dichte und eben das gesamte Erscheinungsbild der Katze, das eben stark von ihrem Fell geprägt wird.

Fell hat aber nicht nur die Funktion die Katze zu schmücken. Es soll natürlich die Trägerin auch vor Umwelteinflüssen wie Hitze und Kälte, Wind und Regen schützen. Und natürlich auch vor Verletzungen.

Das Fell hilft aber auch dem Besitzer, wenn es um die Einschätzung geht, ob es der Katze gut geht. Das Fell kann ein wichtiger Indikator für ihre Gesundheit sein. Ist es stumpf oder ällt es aus, dann ist das meist ein Indiz dafür, dass die Katze krank ist oder zumindest an einem  Mangel leidet.

Aufgebaut ist das Fell als dichte Einheit von bis zu 200 Haaren pro Quadratmillimeter. Dabei ist Haar nicht gleich Haar. Bei den meisten Katzenrassen kann man drei Haarsorten unterscheiden:

  • Dazu gehört auch das Leithaar, das eine robuste Deckschicht bildet.
  • Das gröbere Grannenhaar, das sich zwischen dem Leithaar verteilt.
  • Weiche Wollhaare (Unterwolle) unter Grannenhaar und Leithaar. Diese Unterwolle dient der Isolierung gegen Kälte aber durchaus auch bei Hitze.

Bei Kälte verhindert die Katze durch Aufstellen der Leithaare einen grösseren Wärmeverlust. Im Gegensatz zum Hund verfügt die Katze über keine wärmende Fettschicht.

Haarwechsel bei der Katze

Die Katzenhaare wachsen wie beim Menschen ständig nach, sterben ab und werden durch neue ersetzt. Der Haarwechsel findet bei Langhaarkatzen das ganze Jahr statt. Bei Kurzhaarkatzen findet dieser Wechsel hauptsächlich im Frühling statt, wenn das Winterfell abgestossen wird.

Wichtige Talgabsonderung durch die Haarfollikel

Die Haarfollikel erfüllen noch eine weitere Aufgabe, die für die Gesundheit der Katze wichtig ist. Sie sondern Talg ab, eine ölige Flüssigkeit, die sich auf den Haaren verteilt und sie glänzen lässt. Talg enthält Cholesterin, eine natürliches Steroid, das durch Sonnenlicht in Vitamin D umgewandelt wird. Ein Teil dieses lebenswichtigen Vitamins nehmen die Katzen über Fischöl und tierische Fette auf, welche in handelsüblichem Futter enthalten sind. Den anderen, kleineren Teil kann der Körper unter Sonneneinstrahlung selber herstellen.

Schweissdrüsen sorgen für den richtigen Geruch der Katze

Aber in den Haarfollikeln sind auch Schweisdrüsen enthalten. Und diese bilden einen Duftstoff, der von der Katze auch zur Markierung ihres Reviers benötigt wird. Bei unkastrierten Tieren senden diese Schweisdrüsen auch Sexualsignale aus. Am ausgeprägtesten sind diese Drüsen an Kinn und Ohren sowie an der Schwanzwurzel.

Schweissdrüsen ja – Schwitzen nein

Trotz der Schweisdrüsen können Katzen ihre Körperwärme nicht durch Schwitzen regulieren. Das verhindert ihr Fell. Wärme bleibt eben am bzw. im Körper. Während Hunde, die ein ähnliches Problem haben, ihre Körperwärme durch Hecheln regulieren, ist es bei Katzen das Putzen. Katzen regulieren ihre Körpertemperatur automatisch durch verdunstung von Speichel beim Putzen. Schweissdrüsen, die auch im menschlichen Sinne schwitzen, hat die Katze an den Pfoten. Wird es warm oder hat die Katze Angst, werden diese feucht. Hechelt eine Katze sehr stark und gibt es auch noch feuchte Fussabdrücke, dann kann das auf einen Wärmestau hindeuten. In einem solchen Fall sollte man versuchen, der Katze Kühlung zu verschaffen.

Sepzialhaare der Katze – Schnurrhaare

Die Haare erfüllen an manchen Stellen spezielle Funktionen und haben deshalb eine besondere Form. Am stärksten ausgebildet sind die extrem empfindlichen Schnurrhaare, mit denen die Katze die Breite von Durchgängen misst, Umweltbedingungen erfühlt und Stimmungen ausdrückt. Auch an der Rückseite der Vorderbeine befinden sich solche Sinushaare. Vermutlich helfen sie der Katze sich auf unbekanntem Terrain geräuschlos zu bewegen.

Lockere Haut

Katzen haben ein locker sitzendes Fell. Dieses schützt sie dadurch auch vor Verletzungen. Ihre Haut besteht dabei aus zwei Schichten. In der inneren Schicht, der so genannten Dermis, sitzen die Haarwurzeln. Die äussere Schicht dient im Wesentlichsten zum Schutz des Körpers und heisst Epidermis. Die Zellen dieser Hautschicht werden laufend erneuert, sie fallen durch das Fell oder werden beim Putzen entfernt. Die Epidermis ist an der Nase und den Füssen bis zu 75-mal so dick wie am übrigen Körper und reagiert äusserst empfindlich auf Druck und Temperatur. Schweissdrüsen befinden sich nur an den Pfoten. Katzen können nicht wie die Hunde Wärme über den Nasenspiegel abgeben. Die Feuchtigkeit an der Nase stammt von den Schleimhäuten.