Das Fell ist das wesentlichste Merkmal zur Unterscheidung der verschiedenen Katzenrassen, es prägt das Erscheinungsbild sehr. Doch so schön wie das Fell auch ist, seine Hauptfunktion besteht darin, seine Besitzerin sowohl vor Umwelteinflüssen wie Hitze, Kälte, Wind und Regen, als auch vor Verletzungen zu schützen.
Das Feld zeigt dem Besitzer, ob es dem Tier gut geht. Ein Katzenfell besteht aus bis zu 200 Haaren pro Quadratmillimeter. Bei den meisten Katzenrassen besteht das Fell aus drei verschiedenen Haarsorten. Die Leithaare bilden die robuste Deckschicht. Der Rücken und die Flanken weisen fast doppelt so viele Haare auf wie der Bauch oder die Brust. Die Haarwurzeln sitzen in separaten Follikeln in der Haut, die die Leithaare mit dem Nervensystem verbinden. So können sie auf Wut, Angst, Kälte und Jagdeifer reagieren. Sie sträuben sich und lassen die Katze aggressiv und „aufgeplustert“ aussehen. Die Leithaare registrieren Luftbewegungen und gehören somit quasi zu den Sinnesorganen der Katze.
Die gröberen Grannenhaare sind zwischen den Leithaaren verteilt. Sie wachsen büschelweise aus je einem Follikel und verdicken sich an der Spitze. Unter den Leit- und Grannenhaaren befinden sich die weichen Wollhaare, die eine Art Isolierschicht bilden. Bei Kälte verhindert die Katze durch Aufstellen der Leithaare einen grösseren Wärmeverlust. Im Gegensatz zum Hund verfügt die Katze über keine wärmende Fettschicht.
Die Katzenhaare wachsen wie beim Menschen ständig nach, sterben ab und werden durch neue ersetzt. Der Haarwechsel findet bei Langhaarkatzen das ganze Jahr statt. Bei Kurzhaarkatzen findet dieser Wechsel hauptsächlich im Frühling statt, wenn das Winterfell abgestossen wird.
Die Haarfollikel erfüllen noch eine weitere Aufgabe, die für die Gesundheit der Katze wichtig ist. Sie sondern Talg ab, eine ölige Flüssigkeit, die sich auf den Haaren verteilt und sie glänzen lässt. Talg enthält Cholesterin, eine natürliches Steroid, das durch Sonnenlicht in Vitamin D umgewandelt wird. Ein Teil dieses lebenswichtigen Vitamins nehmen die Katzen über Fischöl und tierische Fette auf, welche in handelsüblichem Futter enthalten sind. Den anderen, kleineren Teil kann der Körper unter Sonneneinstrahlung selber herstellen.
In den Haarfollikeln sind auch die Schweissdrüsen enthalten. Ihre Hauptfunktion ist die Bildung der Duftstoffe, die für die Reviermarkierung benötigt werden und bei unkastrierten Tieren Sexualsignale aussenden. Am ausgeprägtesten sind diese Drüsen an Kinn und Ohren sowie an der Schwanzwurzel.
Katzen können aufgrund ihres Felles keine Wärme durch Schwitzen abgeben. Sie regulieren ihre Körpertemperatur in der Regel automatisch durch Verdunstung von Speichel beim Putzen. Die einzigen Drüsen, die den menschlichen Schweissdrüsen ähneln, sitzen an der unbehaarten Unterseite der Pfoten, die bei Wärme oder Angst feucht werden. Feuchte Fussabdrücke und das Hecheln der Katze weisen auf einen Wärmestau hin. Die Katze sollte dann rasch abgekühlt werden.
Die Haare erfüllen an manchen Stellen spezielle Funktionen und haben deshalb eine besondere Form. Am stärksten ausgebildet sind die extrem empfindlichen Schnurrhaare, mit denen die Katze die Breite von Durchgängen misst, Umweltbedingungen erfühlt und Stimmungen ausdrückt. Auch an der Rückseite der Vorderbeine befinden sich solche Sinushaare. Vermutlich helfen sie der Katze sich auf unbekanntem Terrain geräuschlos zu bewegen.
Die Haut der Katze sitzt sehr locker, vor allem im Nacken. Man hat den Eindruck, die Katze könnte sich darin umdrehen. Diese lockere Verbindung beugt Verletzungen bei Kämpfen vor, lässt die Katze akrobatisch springen und „stürzen“, und hilft Wärme abzugeben. Die Haut besteht aus zwei Schichten. In der inneren Schicht, der so genannten Dermis, sitzen die Haarwurzeln. Die äussere Schicht dient im Wesentlichsten zum Schutz des Körpers und heisst Epidermis. Die Zellen dieser Hautschicht werden laufend erneuert, sie fallen durch das Fell oder werden beim Putzen entfernt. Die Epidermis ist an der Nase und den Füssen bis zu 75-mal so dick wie am übrigen Körper und reagiert äusserst empfindlich auf Druck und Temperatur. Schweissdrüsen befinden sich nur an den Pfoten. Katzen können nicht wie die Hunde Wärme über den Nasenspiegel abgeben. Die Feuchtigkeit an der Nase stammt von den Schleimhäuten.
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